Molke ist eine der beiden Hauptquellen von Milchprotein (die andere ist Kasein/Käsestoff). Bei der Käseherstellung wird das Kasein verwertet und die Molke herausgefiltert. Zu diesem Zeitpunkt besteht die Molke aus ca. 92% Wasser, 6,5% Lactose, 0,9% Protein und 0,2% Vitaminen, Mineralien und fettlöslichen Nährstoffen. Die Molke wird kultiviert um konzentriertes Molkenprotein, (WPC) isoliertes Molkenprotein (WPI) und hydrolisierte Molkenpeptide HPW) herzustellen.

Konzentriertes Molkenprotein, (WPC)

WPC war das erste Molkenproteinprodukt dass gewerblich produziert wurde.

Um WPC zu produzieren wird die rohe Molke durch eine Ultrafiltrationsmethode auf 20% ihres Originalvolumens reduziert. Die konzentrierte Molke wird dann auf niedriger Temperatur gefiltert um den Grossteil von Fett, Milchzucker und Cholesterin zu entfernen. Die daraus entstehende Lösung wird dann vorsichtig getrocknet um ein Pulver mit einem Trockenproteingehalt zwischen 34% und 89% herzustellen.

Das fertige Produkt ist allgemein als Molkenproteinkonzentrat bekannt und ist der Hauptbestandteil von vielen der gewerblich angebotenen Molkenproteinergänzungsmitteln (Protein supplements). WPC ist leicht verdaulich, relativ billig und wohlschmeckend. Ausserdem ist es eine ausgezeichnete Quelle von Aminosäuren.

Isoliertes Molkenprotein (WPI)

Wechsel-Ion isolierte Proteine werden durch eine elektrische Ladung geteilt. Obwohl sie nicht so „Systemeigen“ (Beibehaltung des gleichen Microbruchteilverhältnisses wie in der Milch) sind wie querfliessende microfiltierte isolierte Proteine, sind die Wechsel-Ion isolierte Proteine (WPI’s) reicher an Gesamtproteingehalt – von 97-98% aufwärts bei Trockengewicht – mehr als alle anderen Arten von Molkenprotein.

Querfluss-Microfiltration (CMF) ist ein lösungsfreies Verfahren bei dem Keramikfilter benutzt werden um das Molkenprotein von ungewünschten Stoffen (z.B. Fett, Cholesterin, Milchzucker, etc.) zu trennen. CMF präserviert die Proteinmicrobruchteile besser und mit minimaler Denaturation. Ausserdem hat es einen höheren Kalzium- und einen niederigeren Natriumgehalt als die Wechsel-Ion isolierten Proteine. CFM WPI’s sind teuerer und haben einen höheren Proteingehalt als andere Konzentrate.

Isolierte Molkenproteine sind die beste Art von Proteineinnahme nach einer Trainingseinheit. In dem kritischen Zeitraum nach extrem harter körperlicher Belastung sind die Zellen wie ein Schwamm und nehmen fast alles auf. Der extreme Hunger der Zellen und die schnellwirkenden Eigenschaften der isolierten Molke bewirkt dass Sie Ihren Erholungszeitraum zum vollsten ausschöpfen. Ist das nicht der Fall, dann geht der Körper an die gespeicherten Nahrungsreserven und entzieht somit dem Muskelgewebe die Glutamine.

Hydrolisierte Molkenpeptide (HWP)

Hydrolisierte Molkenpeptide (HWP), sind wiederum eine andere Form von Molkenproteinen. Sie werden vom Körper am besten aufgenommen und sind deshalb eine sehr bevorzugte Art von Molkenproteinen. HWP’s sind konzentrierte oder isolierte Molkenproteine deren Peptide bereits durch Enzyme oder andere Beschleuniger „vorverdaut“ sind. Aktuelle naturwissenschafliche Studien weisen darauf hin dass der Körper die Proteine die zersetzte Peptide enthalten noch schneller aufnimmt als freie Aminosäuren.

Sie haben sich sicher schon Gedanken gemacht was die Nachteile von diesen hydrolisierten Molkenproteinen sind, denn anderenfalls würden sie ja von allen Herstellern als Bestandteil ihrer Produkte benutzt werden. Der Geschmack zum Beispiel, ist der erste grosse Nachteil. HWP’s schmecken extrem bitter! Sogar die abgehärtetsten Sportler würden wahrscheinlich Schwierigkeiten haben ein grosses Glass von diesen kurzkettigen (niedermolekularen) hydrolisierten Molkenpeptiden zu trinken.

Auch der Abbau von gewissen Microbruchteilen ist ein Nachteil. Das Wort „hydroliesiert“ weisst darauf hin dass die Proteinkette unterbrochen wurde.

Obwohl dies zwar das Aminosäurerenprofil nicht beeinflusst und eventuell sogar die Verdauung und Aufnahme des Productes fördert, reduziert es auf der anderen Seite die grösseren Microbruchteile die normalerweise in der Rohmolke sowie auch in konzentrierten und in isolierten Molkenproteinen (WPC’s, WPI’s) enthalten sind. Zuletzt ist auch der Kostenfaktor ausschlaggebend warum die hydrolisierten Molkenproteine (HWP’s) nicht ausschiesslich (oder überhaupt) in Molkenproteinprodukten benutzt werden. Die HWP’s werden von WPC’s und WPI’s gewonnen, d.h. dass es einem zusaetzlichen Verarbeitungsvorgangs bedarf um die Peptidenbindung dieser grossen Proteinklassen zu zersetzten.